Mokusō

"Das Zen der schweigenden Erleuchtung“
nicht denken, in Ruhe - nur atmen und loslassen.

Mokusō (jap. 黙想)

Der Begriff Mokusō (黙想) ist aus der Bezeichnung Mokushō Zen (chin. mo chao ch'an) abgeleitet, was wörtlich „das Zen der schweigenden Erleuchtung“ (Zen = Meditation) bedeutet. Der Ausdruck wurde von dem chinesischen Zen-Meister Hung Chih Cheng Chüeh (jap. wanshi shōgaku, 1091-1157) geprägt, um die in der Sōtō-Schule bevorzugte Weise der meditativen Praxis zu unterscheiden vom „Zen der Betrachtung der Worte“ (kanna zen), das in der Rinzai-Schule geübt wird. Im Mokushō Zen gibt es keine Hilfsmittel, wie z.B. Kōan oder Mudrā.

Im traditionellen Dōjō wird zu Beginn und am Ende der Übung im Kniesitz (Seiza) eine kurze Meditation (von 1 bis 2 Minuten) abgehalten. Diese Meditation ist in die traditionelle Begrüßungs- und Verabschiedungszeremonie eingebunden. Mit geschlossenen Augen wird sich auf die eigene Atmung konzentriert. Eine tiefe Zwerchfellatmung in den Unterbauch verbunden mit einer etwas verlangsamten Ausatmung beruhigt den Herzschlag, verstärkt die Durchblutung und führt zu einer Beruhigung von Körper und Geist. Der Alltag wird ausgeblendet, der Augenblick ist im Fokus.

Das Atmen macht einen durchlässig, die Sinne weiten sich - Schwingungen, eine Auflösung von Innen und Außen - Wachsen. Kein Anhaften, keine Ablenkung, atmen – die Gedanken ziehen lassen, wie die kleinen weißen Wolken am blauen Himmel, vom Wind bewegt. Die Gruppe im Dōjō findet langsam in einen gemeinsamen Rhythmus – verbindet sich – wird eine Einheit - ohne Zeit, durchdringt den Raum.

 

 

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